Geht das?

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25.03.2026 11:47
avatar  Sybille
#1126
Sy
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Aus irgendeinem Grund erkennt man die eigenen Muster am besten, wenn jemand anderes sie auch hat.

Wir hatten hier gestern folgenden Dialog:

Sybille: Schwiegermutter, ich überlege, ob ich Dir noch so eine Kommode besorgen soll? Guck mal, hier wäre noch Platz. Und dann...
Schwiegermutter: Och, weißt Du, Kindchen, wenn ich erstmal die Sachen hier in und auf der Kommode erledigt habe, dann entsteht da doch Platz. Dann räume ich das alles auf und... Brauchst Du nicht.
Sybille: 🤐🤐🤐

In und auf der Kommode befinden sich zZt die Fotos, die die Schwiegermutter zu Fotoalben sortieren wollte. Bücher, Kreuzworträtsel... Dinge zu tun eben.

Wenn sie damit fertig ist, werden wir ihr etwas neues zu tun finden müssen. Und so wird diese Kommode vermutlich erst frei, wenn sie so dement ist, dass sie nur noch die Wände anstarrt. Oder wenn sie stirbt.

Und ich dachte:
Ich kenne das Gefühl Schwiegermutter. 😘😘😘 Ich weiß auch nichts dagegen.

Wer ein Mittel dagegen kennt ist mein Mann: Der bringt ihr neue Berge an Bildern, Büchern, Handarbeitszeug... Er macht *Unordnung* und schafft *Krempel* in das kleine Altenheimzimmer, was dadurch anfängt etwas weniger anonym auszusehen.

Und die Schwiegermutter... Kann noch nicht anfangen die Wände anzustarren, weil das Fotoalbum noch nicht fertig ist. Der "Junge" hat doch danach gefragt? Es liegen überall Bilder und Fotoecken und die Schwiegermutter schwelgt in alten Geschichten "Guck mal, da kam er in die Schule. Und hier kam ich in die Schule. Das Kleid hatte meine Mutter genäht, die konnte sowas..."

ich denke ich werde ihr bei nächster Gelegenheit noch eine weitere Kommode besorgen.

Weil sie nicht tot ist. Und wer lebt, der braucht (zum Beispiel) Fotos und Fotoecken, Kreuzworträtsel, Bücher , Strickzeug und tausend Sachen.

Dement die Wände anstarren wäre aufgeräumter.

Manchmal denke ich, dass aufräumen die Suche nach einem Kompromiss zwischen leben und sterben ist. Unmöglich - aber ohne den Versuch geht's auch nicht.

Ach... ich sollte das nicht denken, ich weiß ja. Aber ich kann es nicht lassen.

Kann ich nicht der Schwiegermutter meinen Platz in meinem kleinen Haus geben? Sie braucht noch Fotoecken und Fotoalben. Strickzeug und Erinnerungen an erste Schultage und lange Zöpfe . Und statt dessen setze ich mich in das kleine Zimmer in der Einrichtung. Ich verspreche auch einfach nur die Wände anzustarren und nie mehr Unordnung zu machen...


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29.03.2026 19:30
avatar  Sybille
#1127
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Wir waren heute das letzte Mal in der Wohnung der Schwiegermutter. Rest macht der Entrümpler. Bei uns zu Hause sieht es jetzt doch aus als hätte ne Bombe eingeschlagen, schätze die Einladung für übernächste Woche ist nur zu halten, wenn wir in Tür-auf-Krempel-auftürmen-Tür-zu Manier vorgehen.
Ob's das wert ist?
Dann finden wir wieder nichts mehr wieder, wenn wir es suchen...
Vielleicht sag' ich doch lieber ab. War vermutlich einfach überoptimistisch zu glauben wir könnten regelmäßig Besuch einladen...

Mittwoch endet mein Urlaub. Er hat gerade so für das nötigste in Sachen Schwiegermutter gereicht.
Vermutlich sollte ich dankbar sein, dass es gepasst hat.
Aber ich habe keine Lust auf dieses Gefühl. Bevor ich jetzt auch noch dankbar bin, entscheide ich mich lieber dafür mich total ausgewrungen zu fühlen. Weil ich nicht dazu verpflichtet bin mir jeden Mist schönzureden, wenn ich dumm dran bin.

Und so ist meine Belohnung dafür, dass ich das alles gewuppt habe diesmal wohl, dass ich mich schlecht fühlen darf.

Geht das? - Ich habe vergessen, wie ich die Frage ursprünglich gemeint hatte. Mein Ausgangspost schreibt was von "Normalität".
Aber "normal" scheint mir zu sein, solche Aufgaben entweder abzulehnen (vorzugsweise mit tiefem Bedauern, weil man leider, LEIDER was anderes zu tun hat) oder sie sich schönzureden und in irgendwelche Dankbarkeitszustände reinzuquatschen, als sei meine Aufgabe auf alles zu verzichten, was ich mag und dafür noch dankbar zu sein.
Beides gefällt mir nicht besser.
Schätze wenn die Frage war, ob ich normal werden kann, lautet die Antwort: "Nein. Denn es gefällt mir in einer Weise nicht, dass ich mich weigere so zu sein."

Und so war vielleicht die Frage, ob es geht falsch. Und die Frage, wie es werden soll die eigentlich richtige. Normalität wird nämlich meines Erachtens furchtbar überbewertet...


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03.09.2026 02:06
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#1128
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Ich bin mit einer Panikattacke aufgewacht und mag nicht wieder schlafen gehen. Gibt nur Albträume.

Mir ist gerade erst aufgefallen, was ich letzte Woche getan habe:

Ich habe mit einer billigen Ausrede Besuch abgelehnt, um nicht aufräumen zu müssen.
Okay,
So weit ist es also mal wieder, von dem Punkt Anfang des Jahres, an dem ich dachte das schlimmste sei hoffentlich bald geschafft, bin ich weeeiiiiiiit entfernt.

*Seufz* damals war ich so zuversichtlich... Alles Illusion...
Also. Was heißt Illusion.
Ich hatte einen Plan. Und ich hatte noch ernsthaft Urlaub. Und ich habe diesen Urlaub hart und ausdauernd gearbeitet, entrümpelt und geschleppt... Halt nur nicht *mein* Zeug, was durch diese Phase wieder vollkommen versumpft ist, sondern Schwiegermutters Zeug, was wir jetzt zusätzlich rumstehen und am Hals haben.
Und so haben wir mehr Zeug *und* dauerhaft mehr Arbeit. Und ich bin immer noch total erledigt von dieser Horroraktion unmittelbar nach meiner OP...

*seufz*

Fakt: Ja, soweit ist es mal wieder.
Und ich *will* keinen Besuch, solange es hier nicht besser läuft. Ist mir zu viel Arbeit, um mich dann trotzdem in Grund und Boden zu schämen, wie es hier aussieht.
Entweder ich habe eine brilliante Idee/ einen Aufräumflash der richtig was wegschafft.
Oder ich mach das auf absehbare Zeit nicht mehr.

Würde bedeuten mich aus der einen Clique zu verabschieden (nein, *diese* Einladungrn kann man nicht auf "ich lade euch in die Eisdiele ein statt zu mir nach Hause" verlagern. Und nein, ich kann *nicht* aufhören mich so zu fühlen, ich fühle mich so.).
Aber ich schätze, dann ist das halt so. Hilft ja nichts.

Gescheitert. Mal wieder. Soll ich jetzt der Schwiegermutter die Schuld geben? Oder doch lieber mit selbst, die ich es nicht hinbekommen habe?
Letztlich egal, ich wüsste in keinem der beiden Fälle, was ich hätte-anders-machen-können...

Wenn ich nicht noch ein bisschen schlafe, gibt das die nächste Migräneattacke. Aber ich will trotzdem nicht. Ich *will* das nicht mehr. Will nicht die Wahl zwischen "kein Besuch mehr" und "vor Scham im Boden versinken". Was soll das für eine Wahl sein?

Ich hab noch massig Urlaub. Könnte ich was von nehmen. (Ist gerade ungünstig, weil... Ach. Egal. Es ist gerade ungünstig, aber ich *könnte* ihn bekommen.) Aber ich glaube gerade nicht daran, dass es Irgendwas ändern würde.

Solange mein Mann und ich uns nicht über schimmeliges Brot verständigen können, brauchen wir nicht *versuchen* uns auf einen Grundstandard zu einigen. Zwecklos. Und wenn's eh zwecklos ist, hab ich auch keine Lust irgendwas zu tun. Wozu ? zwecklos. Und wenn ich es einerseits nicht ändern kann und andererseits nicht aushalten kann...

Ach... #zwecklos...

Jaja, ich weiß. Nachts um zwei ist die Welt schwarz. Schlafen und morgen früh einen Weg überlegen ist das, was in solchen Nächten zu tun ist.

Mache ich jetzt auch.

Ich hoffe nur, es sieht morgen früh wirklich weniger düster aus...


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03.09.2026 07:48
#1129
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Zitat von Sybille im Beitrag #1128
Würde bedeuten mich aus der einen Clique zu verabschieden (nein, *diese* Einladungrn kann man nicht auf "ich lade euch in die Eisdiele ein statt zu mir nach Hause" verlagern. Und nein, ich kann *nicht* aufhören mich so zu fühlen, ich fühle mich so.).
Aber ich schätze, dann ist das halt so.

Was ist denn das für eine merkwürdige Clique?
Ich verstehe natürlich, dass man manche Treffen nicht in der Eisdiele veranstalten kann (z.B. den monatlichen Rollenspielabend oder die Handarbeitsrunde oder die Schokoladensucht-Selbsthilfegruppe, was weiß ich). Aber die meisten Menschen haben Verständnis, wenn man ihnen sagt: "Tut mir leid, mir geht's derzeit wirklich nicht gut und mir graut davor, Gastgeberin spielen zu müssen."
Du musst ja nicht dazu sagen, dass es bei dir wie Sau ausschaut, Gäste sind auch ohne putzen zu müssen eine Belastung.
Und dann muss eben jemand anderer einladen oder es fällt in dem Monat aus. Aber wenn du deswegen die Gruppe verlassen musst, waren sie den Stress meiner Meinung nach nicht wert.

Zitat von Sybille im Beitrag #1128
Gescheitert. Mal wieder. Soll ich jetzt der Schwiegermutter die Schuld geben? Oder doch lieber mit selbst, die ich es nicht hinbekommen habe?

Ich würde gar nicht von Schuld sprechen.
Manchmal passieren einfach unvorhergesehene Dinge und diesmal war die Schwiegermutter wichtiger als der Haushalt. Kann niemand ändern, ist eben so.

Wobei ich aber auch nicht glaube, dass du komplett "gescheitert" bist. Auch wenn es gerade vielleicht schlimm ausschaut, in ein paar Monaten verursacht man in der Regel nicht so viel Chaos, dass es nicht relativ schnell wieder in einen akzeptablen Zustand zu bekommen wäre.
Man darf nur nicht den Kopf in den Sand stecken und irgedwem oder irgendwas die Schuld zuschieben, sondern einfach wieder weitermachen.

Zitat von Sybille im Beitrag #1128
Ich hab noch massig Urlaub. Könnte ich was von nehmen. (Ist gerade ungünstig, weil... Ach. Egal. Es ist gerade ungünstig, aber ich *könnte* ihn bekommen.) Aber ich glaube gerade nicht daran, dass es Irgendwas ändern würde.

Doch, ich glaube du könntest ein paar Tage Urlaub gut gebrauchen, nicht unbedingt zum Aufräumen, sondern zum ausschlafen und erholen.
Müssen ja nicht gleich 2 Wochen sein, wenn es gerade nicht passt. Oft tun 2-3 Tage auch schon sehr gut.


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03.09.2026 09:41
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#1130
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Danke @CrazyCatLady

Ja, Urlaub zum ausschlafen und mal was anderes sehen habe ich eingetragen. Ist in vier Wochen. Ich hoffe es klappt alles wie ich mir das vorstelle, ich dachte wir "müssten" "einfach" mal wieder was schönes machen, wir hatten wenig frei und viel Mist in den vergangenen Jahren.
Diesen Urlaub möchte ich "eigentlich" nicht anfassen, mein letzter Urlaub (*vier* Wochen Jahresurlaub vom letzten Jahr!!! Der für Sport-und-Aufräumen halbe-halbe gedacht war, ist *komplett* für die Schwiegermutter draufgegangen, das *muss* für's erste reichen an "Sei vernünftig, Sybille" diese *** Aufräumerei kann doch nicht meinen *gesamten* Urlaub dominieren!!)

Ich habe aber auch so noch genug Urlaub, dass theoretisch eine zusätzliche Woche zum Aufräumen drin wäre.

Theoretisch ...

Ach ja, theoretisch geht vieles, theoretisch könnte ich natürlich ablehnen die Gastgeberin zu spielen und weiter hingehen, es würde mich keiner zwingen.
Theoretisch könnte ich Urlaub bekommen, theoretisch geht vieles.

Praktisch bin ich bei "Wenn das was zur Erholung führen würde anstrengender ist und ich mich dabei schlechter fühle als darauf zu verzichten, dann ist das eine lose-lose Situation"

Ich denke heute ganz was anderes.

Ich denke, vielleicht muss ich aufhören zu versuchen mein Zeug aufzuräumen.

Wenn man mit *zwei* Personen zusammenlebt, dann muss man sich auf einen Standard einigen, den man *zusammen* zu halten versucht. (Als ob es den Spontanbesuch kümmern würde ob *seine* *meine* oder *Schwiegermutters* Sachen irgendwo rumliegen.

Die sehen "Chaos". Sonst nichts.

Und wenn wir uns nicht auf irgendwas einigen können, dann bekommen wir da nie Ordnung rein.

Und wenn wir da nie Ordnung reinbekommen, dann habe ich die Wahl das so zu akzeptieren, auszuziehen oder... ansonsten gibt es nichts und Punkt.

Das ist alles.

Geht das?

Nein, das was ich da versucht habe geht nicht.

Ich werde zum 1000. Mal versuchen müssen das ganze mit meinem Mann zu besprechen. Ich habe wenig Hoffnung, aber vielleicht ist "wenig" ja besser als "gar keine"...


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