Bitte geben Sie einen Grund für die Verwarnung an
Der Grund erscheint unter dem Beitrag.Bei einer weiteren Verwarnung wird das Mitglied automatisch gesperrt.
Projekt "Umzug", Phase I


Gold

Silber

Bronze

Medaille

Pokal

Gold

Silber

Bronze

Medaille

Pokal
@Gitta @Sybille
Mich hat der Lateinunterricht geheilt. Cäsar's "De Bello Gallico". Stinklangweilig, und die Sache mit den Eroberungen anderer Länder war mir voll unsympathisch.
Mit der Ärztin nochmal: Meine Stimmungswechsel in Bezug auf das Gespräch kommen ja vermutlich ein bisschen irritierend rüber. Aber es war halt so. In der Praxis hab ich mich gefreut über das positive Feedback und durch die Ermutigung. Auf dem Rückweg fiel mir dann auf, dass ich Hilfe holen wollte und außer ein paar netten Worten nix bekommen hab. Und das war erstmal sehr enttäuschend, besonders, wenn man bedenkt, dass es deshalb war, weil sie das, was sie geben *könnte*, als nicht sehr wirksam einschätzt - und es ja auch ein ziemlicher Aufwand ist, bis man tatsächlich dran kommt. Und nun sehe ich halt auch wieder das Positive darin, auf mich selbst gestellt zu sein - mit dem Austausch mit anderen Betroffenen, der anscheinend mehr bringt als was die Ärztin verschreiben könnte, und der halt auch nicht die Gefahr mit sich bringt, dass die Selbstbestimmung mit ausgemistet wird.
Gestern war ich mal wieder bei einem Event, und ein Buch, eine kleine Broschüre und ein paar Flyer mussten mit. Das war überaus bescheiden im Vergleich zu meinem früheren Verhalten bei solchen Anlässen: Möglichst viel mitschleppen mit dem Vorsatz, es zu lesen. Und die Leute freuen sich ja auch, wenn sie Flyer verteilen und jemand will einen! Das fühlt sich ja auch für beide Seiten wie eine Unterstützung an. Es ist bloß keine!!! Einen Flyer habe ich gestern direkt vor Ort gelesen und wieder zurück gegeben mit den Worten, dass er den nochmal verteilen kann. Derjenige fand das irritierend und wollte darauf bestehen, dass ich ihn mitnehme. Ich hab gesagt, dass ich ihn gut finde, aber ja doch kein zweites Mal lesen würde und auch schon mehr als genug Termine hab. Tja, das ist für andere wieder enttäuschend, wenn man ihnen auch nur sowas sagen kann wie "Prima, weiter so, aber ich kann nichts für dich tun." 🤔
Is doof, aber ehrlicher.
@Robin
Hm, eben. Auf der einen Seite gibt es Hilfe (die einfachste wäre, irgendein Medikament zu schlucken), auf der anderen Seite gibt es einen Bedarf an Hilfe, der wahrscheinlich an dieser Stelle nicht zu finden ist. Also wäre für mich die Frage. Wie sollte eine Hilfe für Dich aussehen? Wenn Du Dir etwas wünschen könntest (außer Heinzelmännchen natürlich)? Wie könnte ein anderer Mensch Dir helfen?
Das könnte sein, dass Du Dich mit einer Vertrauensperson nur über Dein Problem austauschen willst (dann vielleicht Therapie, aber ob der Therapeut dann Ahnung von der Messie Problematik hat? Hm). Oder Du wünscht Dir jemand, der sich neben Dich stellt beim Aufräumen und Orientierung gibt (dann vielleicht ein Aufräum-Coach. Da gibt es inzwischen auch so einige. Die dann auch so ihre Kanäle haben, bei denen guterhaltene Sachen gerne genommen und weiter genutzt werden). Oder wünschst Du Dir eine Motivations-Hilfe? Das könnte zum Beispiel eine gute Freundin sein, der Du regelmäßig Bericht erstattest über die Fortschritte und vorher etwas Geld bei ihr dalässt. So dass ihr bei Erfüllung gemeinsam zum Beispiel lecker essen gehen dürft. Oder ins Schwimmbad.
Also was stellst Du Dir so vor? Noch etwas anderes?

Gold

Silber

Bronze

Medaille

Pokal
@Gitta
Das ist eine hervorragende Frage! Man sollte meinen, ich hätte das geklärt, bevor ich Hilfe suche... Aber es war wohl so, dass ich glaubte, es gäbe wie beim Abnehmen einen bewährten Weg, der die Risiken und Fallen und Stolpersteine vermeidet, über die Autodidakten meist fallen. Und, schon irgendwie, eine Abkürzung!
Es kann keine dickere Motivation geben als die, dass ich massive Probleme hab, mir einen richtigen Urlaub zu genehmigen, so lange ich damit rechnen muss, dass hier eine Katastrophe ins Rollen kommt, wenn ich die Handwerker reinlassen muss. Der Punkt wäre vielleicht, diese Motivation stärker zu nutzen, statt möglichst zu verdrängen, damit ich ruhig schlafen kann und keine Panikattacken kriege. Aber ich habe den Eindruck, dass alles, was mir Angst macht, eher lähmt und vielleicht sogar das Messie-Verhalten verstärkt. In dem Buch von diesem Ex-Messie legt er ja auffallend viel Wert darauf, einen zu beruhigen. Was mich auf die Frage gebracht hat, ob vielleicht Angst dahinter steckt. Und mein Inneres schreit dazu: Ja, ja, ja! Die Angst, den Briefkasten zu öffnen (abgelegt). Die Angst, Post zu öffnen (geht am leichtesten auf dem Weg zwischen Briefkasten und Wohnung, finde ich). Die Angst, etwas wegzuschmeißen, weil man es vielleicht irgendwann braucht. Auch: Angst, etwas moralisch Falsches zu tun, wenn man was wegschmeißt. Und, und, und. Am Ende: Die Angst, die Wohnungstür aufzumachen, wenn es klingelt oder klopft. Die Wohnung ist der sichere Hort, und was man da rein zerrt, hat man sicher. Und dann: Die Tür zumachen, damit von draußen keine Feinde eindringen können.
Aber das ist natürlich eine Illusion. In Wirklichkeit gefährdet das Messie-Verhalten die Wohnung, und das macht noch mehr Angst...
Gleichzeitig bin ich jemand, der jeden Moment genießt, in dem alle drohenden Katastrophen grade nicht da sind und der keine Lust hat, sich den wunderbaren Moment zu vermiesen durch Gedanken an was alles passieren könnte. Das Wissen, was alles passieren kann, ist aber immer da. Auch z.B. im Straßenverkehr - ich muss immer die Gedanken auf Abstand halten, dass ein Autofahrer mich einfach übersieht, wenn er z.B. von hinten kommt und überholen muss. An Ampeln sowieso, aber da kann ich ja kucken. Manchmal springe ich auch bei Grün zurück, wenn ein abbiegendes Auto so schnell auf die Kreuzung fährt, dass ich nicht weiß, ob er hält.
Aufräum-Coach könnte ich mal probieren. Viel scheitert daran, dass ich verschiedene Möglichkeiten im Kopf rumschiebe und zu keinem klaren Ergebnis komme. Könnte z.B. helfen bei der Frage, wie zum Teufel man Tausende Bücher sortiert, wenn die vorhandenen Regale voll sind. Und *immerhin* sind nur noch die Regale voll plus ein paar kleine Stapel auf Stühlen und Tischen und nicht mehr riesige Stapel auf dem Boden!
Oder halt eine von den Messie-Hilfen hier in der Stadt.
Heute jedenfalls will mein Ex kommen und helfen. Das klappt zwar nur sporadisch, aber hat hier schon so einiges weitergebracht, was ich alleine nicht geschafft hätte.
@Robin
Jo, Angst ist ja auch mein großes Thema. Angst vor Entscheidungen, Angst, etwas nicht gut genug zu machen, Angst, das Falsche zu machen, Angst, etwas falsch zu machen, usw.
Und wahrscheinlich noch manch andere hier haben dieses Thema. Dass die Angst zum Teil oder insgesamt irrational ist, wissen wir. Und sogar kontraproduktiv wirken kann, sehen wir auch in lichten Momenten. Und können das auch beim jeweils anderen sehen.
Das ist ja auch bei Zwangsstörungen so. Da kontrolliert einer fünfzig Mal, ob der Herd auch wirklich ausgeschaltet ist, weil sonst etwas Schlimmes passieren könnte und andere Schaden davontragen würden. Dass das irrational ist, weiß derjenige auch, kann sich aber trotzdem nicht davon befreien.
Also was tun? Einfach die Angst ignorieren. Das geht nur zeitlich begrenzt und mit Verdrängen. Und das kostet auch enorm viel geistige Energie. Was wir daran merken, dass wir ständig erschöpft und müde sind. Der Angst ausweichen? Das machen wir ja schon die meiste Zeit über, aber damit stoßen wir an Grenzen. Oder das Problem versuchen, rein intellektuell und rational zu lösen? Bis wir den oder die Ungereimtheit oder Denkfehler gefunden haben? Nun, das machen viele von uns auch schon seit Jahren, ohne durchschlagenden Erfolg.
Leben müssen wir sowieso mit einer Kombination aus all dem. Dazu versuche ich es mit der Angst so, dass ich kleine Schritte ins Verbotene oder Unbekannte mache. Etwas (nur für mich und mit mir) mache, etwas anders mache, etwas Neues mache. Also mich immer ein bisschen überwinde, ein unangenehmes Gefühl eine kurze Weile aushalte. Der Angst ein bisschen ins Gesicht sehe. Schrittchen für Schrittchen. Dieses Vorgehen hat mir bisher am meisten in Hinsicht auf ein Umdenken oder Handeln gebracht. Klar, das dauert, aber viele kleine Umbrüche geben am Ende auch einen großen Umbruch. 
- Messie Syndrom & Minimalismus Forum
- FORUM INFOS: Regeln Funktionen Empfehlungen
- NEU IM FORUM: Hallo, ich bin neu als Mitglied hier im Forum!
- MESSIE FORUM: Messies miteinander und unter sich im Leben
- MINIMALISMUS: Wohnung - Lebensstil - Gefühle & Loslassen
- MESSIE FORUM: Für Partner Angehörige Verwandte Freunde
- MESSIE FORUM: Unsere Gefühlswelten Emotionen Innenleben
- MESSIE FORUM: Home-Management: Dein Haushalt nach Plan
- VIDEOS: Dokus und Filme zum Messie Syndrom & Minimalismus
- OFFTOPIC FORUM: Für alle anderen Fragen & Themen im Leben
Ähnliche Themen
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!
Forenspende
|
Wir hoffen, dass dir unser Forum gefällt und du dich hier genauso wohlfühlst wie wir. Wenn du uns bei der Erhaltung des Forums unterstützen möchtest, kannst du mit Hilfe einer kleinen Spende dazu beitragen, den weiteren Betrieb zu finanzieren. Deine Spende hilft! |