Umzug - und Mama weint

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21.11.2025 01:55
#1
Pa
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Hallo ihr Lieben,

als Tochter eines Depressions-Messies (nicht bis zur Decke, aber hüfthoch) habe ich nie wirklich einen Sinn für Ordnung oder Sauberkeit entwickelt. Zwar pflege ich meinen Bruder, meinen Stiefvater und meine Mutter und halte alles, was mit der Pflege zu tun hat, penibel sauber, aber der Rest der Wohnung versinkt nicht selten im Chaos.
Ich habe bisher mit meiner Mutter und meinem Bruder in einem Haus gelebt. Nun haben wir 2 benachbarte Wohnungen gefunden und ziehen Donnerstag dort ein.
Es ist soweit alles gepackt, was mit soll und ich habe beim Umzugsunternehmen bereits gesagt, dass es bei uns schlimm aussieht und sie, nachdem wir in der neuen Wohnung sind, die alte bitte entrümpeln sollen, aber ein flaues Bauchgefühl bleibt.
Meine Mutter weint bei dem Gedanken an den Umzug. Nicht, weil sie sich nicht trennen könnte, sondern weil sie sich so wahnsinnig schämt.
Ich schaffe es aber nicht mehr, das Haus zu putzen. Ich pflege diese drei Menschen und muss/musste den kompletten Umzug überhaupt erst organisieren und möglich machen.
Meine Frage an euch - habt ihr das Gefühl, den Umzugshelfern ist solches Chaos egal? Wurdet ihr mit Verständnis behandelt? Gab es danach Gerede im Ort? (<- wir leben in einer Kleinstadt)
Ich sage meiner Mutter schon immer, dass diese Menschen das gewohnt sind, dass sie Schlimmeres gesehen haben und dass man diese Leute nie wiedersieht, aber nichts hilft wirklich ...


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21.11.2025 12:58
#2
Pa
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Ich würde mich wirklich über eine Antwort freuen ... ich weiß, ich bin neu und habe mich nicht mal anständig vorgestellt, ich bin nur wegen dem Umzug so im Stress und hatte gehofft, hier ein wenig Hilfe zu finden.


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21.11.2025 13:32
avatar  IBI
#3
IB
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Ich habe geistig schon dreimal zu einer Antwort angesetzt, und kann deine Frage nicht beantworten.

Du pflegst 3 Menschen.
Sensationell, dachte ich.

Und dann noch voll Chaos.
Da können Pflegedienste wohl kaum unterstützen.

Wenn das Loslassen grundsätzlich leicht fällt, ist der Weg in die neuen Wohnungen wohl der stimmige für euch. Und in aufgeräumte Wohnungen, kann Mensch sich Pflegehilfen und Putzhilfen leichter einladen.
Wenn das möglich ist, würde ich das zu deiner Entlastung ab und an in Anspruch nehmen, vor allem die Putzhilfe, denn du schreibst ja, dass du nicht in der Lage bist einen Haushalt nebenbei zu führen.

Vielleicht ist das die plausibelste Begründung....es hat sich durch die langjährige Pflege leider mehr angehäuft als du stemmen konntest und so kannst du es neugierigen Nachbarn "verkaufen". Wie die Wahrheit wirklich bei euch aussieht, muss keiner wissen.
3 Menschen pflegen finde ich eine gute Begründung.
Dass du Momente für dich hast und haben kannst, finde ich enorm wichtig für dich.

Ich hoffe, du kannst das, was diesen Menschen wichtig ist und für sie dienliche Ressourcen sind, für sie einpacken und in all dem Wust finden, bevor du den Rest "entsorgen" lässt.


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21.11.2025 14:15
avatar  Sybille
#4
Sy
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Liebe @Pawsitive ich bin schon häufiger umgezogen. Ich habe jedesmal mein bestes gegeben. Und fand es jedesmal ganz schrecklich.
Mein Eindruck ist, dass die Umzugsmenschen natürlich wissen, wer sie bezahlt und welche Sprüche man sich dann besser klemmt. Aber *ich* habe das Gefühl die merken sich das haargenau und lästern erstmal kräftig, wenn sie hier raus sind.
Jedesmal.
Ich hatte zB zweimal das selbe Umzugsunternehmen. Und der eine Packer so "Ach dieser Haushalt ist das, ich war dabei als sie dann und dann nach Pusemuckel zogen..."
Also *ich* erinnere mich nicht an alle meine Arbeitstermine vor fünf Jahren nur an die herausragenden...

Ich halte deine Mutter für sehr realistisch, wenn sie sich das scheußlich vorstellt.

Ich fand's auch scheußlich. Jedesmal.

Ich hab das weinen irgendwann wegrationalisiert, es hilft nix. "If you are going through hell - Keep going!" (Churchill)
Augen zu und durch...


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21.11.2025 14:17
#5
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Ich schaue mal absichtlich nach vorne.

Du pflegst drei Personen? Und haben die einen anerkannten Pflegegrad?
Falls noch nicht - mach unbedingt Fotos vom jetzigen Zustand.

Das könnte helfen, wenn der Pflegegrad berechnet wird. Angenommen die drei bekommen jeder wenigstens Pflegrad 1 oder 2. Dann zahlt die Kasse pro Person für jeden eine Haushaltshilfe für rund eine Stunde pro Woche. In drei Stunden kann viel geschafft werden! Da ist das Bad und die Küche immer sauber, der Müll ist weg, der Fußboden kann frei geräumt und kann gesaugt werden.

Sag deiner Mama und sag es dir selbst, Krankheit ist keine Faulheit! Und klar kann man dann nicht ordnen, aussortieren und putzen! Und sagt euch: Jetzt kommen bessere Zeiten.

Ich hatte gerade erst den Pflegedienst und die Pflegebegutachtung im Haus. Im Chaos des Jahrhunderts. Mein Partner ist schwerst depressiv und ich bin im Rollstuhl. Das sieht gerade hier aus wie im Stall! Wie in einem dreckigen Stall.

Ich habe mich keine Minute geschämt. Wären wir nicht krank, dann wären wir gesund, oder? Ich freue mich auf bessere Zeiten!

Also nochmals: Bitte schaut nach vorne. Unnützes Zeug fällt jetzt weg: Mehr Ordnung. Eine Hilfe könnte dann gut unterstützen. Ich schicke euch ein riesiges Paket Mut!

____________________
Viele Grüße, Jennifer

Das Leben umarmen ... ✨🤲

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