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07.03.2026 18:53
#6
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@Anna1111 @Gitta

Sicher kann man sich auch anders bestrafen. Aber auf eine Art und Weise "fühlt" man sich bestraft, auch wenn man diese Absicht gar nicht hatte, bevor man diese vielen Sachen nach Hause gebracht hat. Ist es immer ein Zu Viel, denkt man an früher, als es immer ein Zu Wenig war. Man durfte Geschenke nur vorsichtig öffnen oder die Mutter hat sie für uns geöffnet, damit wir das Geschenkpapier wieder verwenden konnten. Was immer damals teurer war als heute, das Papier gehörte wohl dazu. Beide Eltern waren extrem geizig. So dass ich froh war über die furchtbar geblümten Unterhosen von meiner Tante, die gab es zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Hosen gerissen, Nähte wieder zusammengenäht. Hosen zu kurz, Saum raus gelassen. Ans Sparbuch gegangen, um neue Hose zu kaufen. Ärger gekriegt, weil ich ans Sparbuch gegangen war, dass das Taschengeld nicht ausreichte dafür.

Ist es eine Art mir zu sagen: Es fehlt mir an nichts. Stimmt nicht. Platz fehlt. Stauraum fehlt. Ich hab in der Südstadt 2 kleine Lagerräume. Da kann auch was hin. Ich muss mich nur überwinden, zu sagen, das brauch ich erst mal nicht, weg damit, und irgendwo fahre ich hin und sage: Das brauch ich nie wieder, es kommt zum Wertstoffhof. 3 Jahre hab ich jetzt die Räume und habe nicht viel drin stehen. Weihnachtssachen bringe ich nicht hin, die kann ich dann wenigstens aus dem Keller holen. Aber vieles kann ich rüber bringen, was ich noch nicht gemacht hab.

Viele Grüsse
Draculara

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Eine Lösung setzt ein Problem voraus. Ich kenne meine Fehler, das hält mich aber nicht davon ab, sie zu machen

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08.03.2026 04:06
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#7
Fu
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Das mit dem Geschenkpapier kenne ich auch. Die Bögen waren mindestens 20 Weinachten und noch mehr Geburtstage in Gebrauch. Wir haben sie aber immer relativ leicht aufbekommen, weil das Klebeband dazu auch 20 Jahre alt war und entsprechend kaum noch klebte. :)

Bei uns wars aber kein Geiz, sondern Armut. Meine Oma hat noch durchgelegene Bettlaken längs durchgetrennt und die guten Ränder in der Mitte wieder zusammengenäht - von Hand. Die Gegend aus der sie kamen ist in Gerhart Hauptmanns Armutsdrama "Die Weber" beschrieben.

Das führt bei mir auch zum inneren Konflikt, daß meine Mutter früher Unmengen an Nähmaterial gesammelt hat, schlicht weil es nötig war die Klamotten so lange wie möglich benutzbar zu halten, und mein Vater Nägel geradegeklopft und technischen Kram gesammelt hat, während ich heute regelmäßig knietief durch voll funktionsfähige Geräte aller Art mit teils obszönen Neupreisen wate, und sie mittlerweile stehenlassen und auch selbst entsorgen muß.

Ich habe mal versucht den Gedanken zu pflegen, daß ich mittlerweile genug Geld habe, um "verschwenderisch" einfache Dinge dann zu kaufen, wenn ich sie brauche, und sie nicht säcke- und kistenweise auf Vorrat zu halten. Wenn ich dann aber sehe, daß Obi für drei Gummiringe 5 Euro nimmt, kommt bei mir auch noch Reaktanz dazu, daß ich solchen Halsabschneidern nicht ausgeliefert sein will.


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08.03.2026 23:10
#8
An
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Ja, genau, das wiederverwendete Geschenkpapier, die zusammengepatchte Bettwäsche... Wobei ich es beim Geschenkpapier schon sinnvoll finde, kein beschichtetes Papier dafür zu kaufen, um es nach einmaliger Verwendung wegzuwerfen. Wegen Umweltschutz. Aber bei meiner Mutter hatten sich drei Umzugskartons voll Geschenkpapier angesammelt, manches in wirklich schlechtem Zustand!


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10.03.2026 07:34
#9
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DiesesVideo erklärt auch die Ursprünge. Deshalb macht auch Traumatherapie Sinn.

Viele Grüsse
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Eine Lösung setzt ein Problem voraus. Ich kenne meine Fehler, das hält mich aber nicht davon ab, sie zu machen

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10.03.2026 12:22
avatar  IBI
#10
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Ich habe mir das Video nicht angesehen, sondern reagiere auf deinen und Sybilles Eindruck:

Zitat von Draculara im Beitrag Geht das?
diesen Film habe ich nicht als "Lehrerin" geschrieben, sondern als Betroffenenbericht. Ich freue mich für dich, dass du so eine tolle Mutter hattest und so tolle Verwandte, die dir geholfen haben und nicht nur umgekehrt. Meine Eltern waren penibel, der Vater ging mit dem Zeigefinger übers Regal und meinte "da musst du aber mal Staub wischen", die Mutter riss die Schränke auf, die Sachen fielen ihr entgegen und sie kriegte Tobsuchts- und Keifanfälle. Ich musste immer ganz genau beobachten, welcher Stimmung sie war, um nicht wieder Opfer von Schlägen und Schreianfällen zu werden.

Ist nun mal so. Freut mich, dass deine Kindheit sooo schön verlaufen ist. Ich habe in dem Video nicht erklärt, wie man Sachen zusammen legt oder entsorgt. Ich habe erklärt, warum es bei uns so aussieht und ich es bisher (auch mit Hilfe) nicht geschafft habe, was zu verbessern. Ich habe niemandem versprochen, mit dem Video zu helfen. Aber vielleicht führt es dir ja auch vor Augen, dass es bei dir zuhause noch einigermaßen passabel zugeht. Dann habe ich doch irgendwie geholfen, dass sich jemand psychisch besser fühlt (als ich).


Ich fange zuerst bei mir an:
Wie du weisst, erhalte ich oft Kommentare, ich sei unzureichend mitfühlend.
Und unabhängig meines persönlichen Eindrucks wirkt "lehrerhaft" von oben herab. Und das kann ich auch gut. Damit entsteht dieser Mangel an Mitgefühl.
Meine Vermutung: es liegt in dir sooo viel berechtigter ärger über deine Eltern, dass sich dieser durch die "belehrende" Art ausdrückt.
Meine weitere Vermutung: Sybille ist diese "belehrende" Art aufgestossen, weil ELTERN häufig auch so mit ihren Kindern umgehen.

Was ich mag ist deinen letzter Satz: wenn sich jemand psychisch besser fühlt als ich, habe ich bereits geholfen.

Da ich den Film nicht angeschaut habe (einfach, weil ich genügend Ausbildungsvideos schaue und Video schauen überdrüssig bin und Youtube nicht durchscrolle) - es hat nichts mit Desinteresse für dich zu tun - kann ich dir keinen Tipp geben, wie du diese - berechtigte ärgerqualität, die lehrerhaft erzeugt ggf. geschickt benennst.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sehr viele betroffene sich ihres ärgers über die Eltern nicht bewusst sind.
und gleichzeitig könnte es nützlich sein, Dinge zu benennen, für die du deinen Eltern dankbar bist.

Beides kann es geben und den Blick für beide Versionen, obwohl die Eltern sich ungünstig verhalten haben, öffnen, kann dieses "lehrerhafte" reduzieren.


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