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17.03.2026 20:42
#36
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@Anna1111 die Liebe und damit das Verständnis eines Tieres ist etwas ganz Besonderes. Sie spüren instinktiv das Richtige. Und sie vermitteln es den Menschen auch direkt durch ihr Verhalten.

Die Sprache des Menschen ist komplizierter als die der Tiere und Pflanzen. Man hat aber festgestellt, dass sogar Bäume Emotionen haben. Über Mimosen fand man erstmals heraus, dass Pflanzen Gefühle haben. Über einen sogenannten Tomographen fand man heraus, dass alle Pflanzen Schmerz empfinden können. Über Bäume fand man mittels der Jahresringe heraus, dass die einzelnen Jahreszeiten Auswirkungen auf das Wachstum haben. Auch Babys zeigen noch diese instinktiven Verhaltensweisen. Erst durch die Erziehung erfahren sie, durch ihr Sozialverhalten ihre Gefühle zu verbergen und zu unterdrücken.

Viele Grüsse
Draculara

http://www.draculara.de

http://messie.bplaced.net/messie

Eine Lösung setzt ein Problem voraus. Ich kenne meine Fehler, das hält mich aber nicht davon ab, sie zu machen

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18.03.2026 06:12 (zuletzt bearbeitet: 18.03.2026 06:20)
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#37
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Zitat von Anna1111 im Beitrag #35

Kennst Du die Bücher von Alice Miller? Ich fand sie sehr gut. Sie erwähnt oft den "wissenden Zeugen".
Das ist eine Person, die während der Misshandlungen in der Kindheit diese richtig einordnet und auf der Seite des Kindes steht.
(...)
Umso schwieriger wird es für Kinder, einen wissenden Zeugen zu finden. Dabei steht das Jugendamt bereit für diese Aufgabe...


Wissender Zeuge ist ein gutes Stichwort. Meist leidet man als Kind in solchen Situationen ja unter Gaslighting, ohne diesen Begriff zu kennen. Also alle tun so als ob nichts wäre oder das Kind der Täter wäre.

Wer ein bißchen paranoid werden möchte, kann "Das unsichtbare Auge" von 1978 schauen. Da schaut ein Perverser mit einem Teleskop einer Frau zu, terrorisiert sie mit Anrufen und versucht am Ende ihren Selbstmord zu inszenieren. Ein wichtiger Punkt der sich durch den Film zieht: Niemand glaubt der Frau, und das was sie an Beweisen in der Hand hat (einige Geschenke von unbekannt, Briefe einer nicht existierenden Firma, daß sie irgendwas gewonnen hat, und handschriftliche Zettel "Ich habe Sie leider verpaßt und warte bis xy Uhr in der Tiefgarage auf Sie") werden nicht als Beleg für eine geplante Straftat anerkannt.

Die "beste Idee" des Regisseurs diesbezüglich ist eine Schrift auf dem Badezimmerspiegel: Als die Frau heimkommt, läuft ihre Dusche, und im Dampf sieht sie auf dem Spiegel die Schrift "Sie haben keine Beweise" in Rasierschaum geschrieben, der sich durch den Dampf gerade langsam auflöst und runterruscht. Tja, heute hätte jeder eine Kamera dabei.

Jugendamt ist aber eine ganz schlechte Idee. Da sitzen lauter Gestörte, die praktisch nur falsche und schlechte Dinge tun. Gleiche Sorte Menschen wie Strafzettelschreiber, Blockwarte, Mauerschützen. Wobei letztere wenigstens noch gezwungen wurden, die anderen machen das freiwillig.

Im Südwesten hat ein Jugendamt mal zwei Pflegekinder in eine Familie eingewiesen und dann zugeschaut, wie sie umgebracht wurden. Also die Pflegeeltern durften mit den Kindern monatelang machen was sie wollten und am Ende waren sie tot. Die vielen Hinweise daruf hat das Amt ignoriert, das was die Kinder gesagt haben sowieso, und bestraft wurde am Ende auch niemand, also vom Amt.


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18.03.2026 21:08
#38
An
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@Draculara
Ich will gar nicht wissen, was aus mir geworden wäre ohne die Freundschaft der Haustiere!

@Fundus
Ja, Gaslighting, das kenne ich. Alle tun so als sei in Wirklichkeit irgendetwas anderes passiert oder wahlweise auch gar nichts.
Das ist viel schlimmer als irgendein traumatisches Erlebnis an sich: das Verhalten der Mitmenschen!

Das war auch bei meinem letzten Job so. Gaslighting die ganze Zeit. Vermutlich eine wichtige Zutat zum Burnout.

Ich kannte mal jemand, die beim Jugendamt arbeitete. Aber auch nicht lang. Die Verantwortung hat sie ganz fertig gemacht.
Vermutlich bleiben am Ende nur die Mitarbeiterinnen dort, die nicht so feinfühlig sind. :-/


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18.03.2026 21:43
avatar  Fundus
#39
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Das dürfte ähnlich wie bei der Polizei sein: Die Idealisten fangen an, und die Autoritären bleiben dabei.


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19.03.2026 20:07 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2026 19:07)
avatar  Gitta
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Also erstmal möchte ich sagen, dass ich die Antwort von IBI im Beitrag #34 sehr gut und verständlich geschrieben finde. Ich schließe mich dem an, täte mich aber schwer damit, es entsprechend ausführlich und verständlich auszudrücken.

Dann wollte ich noch folgendes sagen:
Es tut mir leid um Dich, Wolfram, dass Dir Schreckliches passiert ist. Es tut mir auch leid um mich, dass mir Schreckliches passiert ist. Und es tut mir auch leid um alle anderen, denen Schreckliches passiert ist.

Nein, ich habe keinen Bomben Krieg erlebt, meine Eltern aber schon. Sie haben den Krieg aber weitergeführt, (wahrscheinlich unter anderem) gegen ein Kind, ihr eigenes. Übrigens was ich damals als besonders pervers daran empfunden hatte, war, dass außen, um mich rum, eine heile beschauliche Welt völlig unbehelligt vor sich hin zu existieren schien. Nur wir waren irgendwie kein Teil davon, wir lebten in einer Kriegszone. Aber ich will hier nicht zu weit abschweifen.

Es ist nun mal so gewesen, dass alle aus dieser Generation den Nationalsozialismus und den Krieg erlebt (und überlebt) haben. Aber nicht alle sind danach auf ihre Kinder losgegangen.

Ja, es herrschte damals eine andere Auffassung über richtige Erziehung von Kindern. Aber nicht alle haben ihren Frust verantwortungslos an ihren Kindern ausgelassen. Und sich das (vor anderen) schön geredet. Und nicht alle haben sich an der Abwertung und Herabwürdigung anderer Menschen aufgegeilt, die ihnen nichts getan hatten, die ihnen einfach nur hilflos zur Verfügung standen, um ihren Größenwahn hochzuhalten. Und das (vor anderen) klein geredet.

Dagegen stehen die vielen Eltern, die ihre Kinder verantwortungsbewusst behandelt, erzogen und versorgt haben. Auch sie haben ihre Ängste und Schwächen und mit ihren Schatten zu kämpfen. Auch sie haben den Krieg überlebt. Aber sie haben ihr Heil nicht im malignen Narzissmus, der vor nichts haltmacht, gesucht oder gefunden.

Diese anderen Eltern/Menschen erscheinen mir (euch vielleicht auch) weit weg. Sind mir doch meine Angehörigen viel vertrauter. Sie haben sich stark eingeprägt, besonders (leider) durch ihre unmenschlichen Taten. Und schließlich haben sie mich in die Welt gesetzt, sollte ich da nicht zwangsläufig nach ihnen gehen und gar keine Chance haben, anders zu sein, mich anders zu entwickeln? Das sind die starken Ängste und Zweifel, die mich immer wieder davon abzuhalten versuchen, (jetzt und immer wieder) einen anderen Weg zu einzuschlagen. Aber so langsam glaube ich, ich kann das (auch, also so wie die anderen normal(er)en Menschen). Ich muss das auch glauben, um den Mut zu fassen für bewusste (nächste) Schrittchen.

Ich spreche deshalb hier nur von mir, weil ich nicht verallgemeinern will. Aber vielleicht erkennt sich ja der ein oder die andere wieder.

Nun, wie kann ich anders sein? Zunächst einmal damit, dass ich nicht auf Schwächere losgehe, mich nicht an Herabwürdigungen zum Beispiel einer Gruppe gegen eine(n) beteilige. Natürlich trage ich trotzdem Wut in mir und weiß manchmal nicht, wohin damit. Einleuchtend erschien mir deshalb oft, meine Wut gegen (vermeintlich) Stärkere zu richten. Am besten noch gegen sowas unpersönliches wie eine Institution. Oder die Politik. Weiter als bis zum Schimpfen bin ich allerdings (oder glücklicherweise) nicht gekommen.

Aber ist das tatsächlich eine Lösung? Warum haben meine Eltern angesichts ihrer Lage so versagt, aber viele andere (Eltern) nicht? Die hatten doch auch den Krieg erlebt und die Politik? Und das Wetter. Oder was auch immer.

Jetzt könnte man natürlich anmerken, dass sich bestimmte Umstände sozialer, wirtschaftlicher oder existenzieller Art ungünstig auf Menschen auswirken können. Und diese Umstände zu mildern, ist wieder Aufgabe der Politik. Was ich auch nicht bestreiten will. Aber ich will das nicht vermischen mit dem persönlichen Versagen meiner Eltern. Es würde ihnen nur wieder als Entschuldigung dienen, wie so vieles andere auch. Und es gibt wie gesagt genug Gegenbeispiele, die unter ähnlichen Umständen nicht so geworden sind.

Um den für mich vielen Text zu einem Ende zu führen. Wir (wir und die normaleren Menschen) leiden unter vielem. Es gibt keine Menschen, denen das Glück in den *** geblasen wird oder denen die gebratenen Tauben ins Maul fliegen.

Irgendwie müssen wir mit damit klarkommen. Und wenn ich (und ihr vielleicht auch) noch ein paar Täterintrojekte aus dem Kahn schmeißen können, dann kommen wir mit uns selbst besser klar, weil uns weniger im (geistigen) Weg steht. Das bewirkt mehr Kraft und mehr Energie und mehr Lebensfreude. Und das wünsche ich mir (und euch auch).


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