Die Möchtegern-Minimalistin

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10.06.2024 15:02
avatar  Rica
#216
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Meinen Papierkramstapel habe ich heute weggearbeitet. Bin sehr erleichtert.


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10.06.2024 16:40
avatar  Robin
#217
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@Rica

Zitat von Rica im Beitrag #214
Das Chaos wächst und blüht, wenn Messie aus Effizienzgründen nicht alles sofort erledigt.


Spitzenmäßige Analyse! Das kenne ich so gut von mir! Und es kommt einem halt auch so sinnlos vor, wenn man was erledigen will und klar ist, dass man höchstens ein Hundertstel schafft von dem Berg. Da kann man sich leicht sagen, dass es gar nicht drauf ankommt, ob man das heute angeht oder morgen... Und dann ist der Berg wieder um eine Tagesportion gewachsen!

Deshalb: Dicken Glückwunsch zum vorläufigen Sieg über die Papier-Hydra!


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10.06.2024 21:35
avatar  Rica
#218
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Um die folgende Doku zu verstehen, muss man definitv des Bayrischen mächtig sein:
htt ps://m.youtube.com/watch?v=4xUkI8VBMLs

Die aufgeräumte, aber vollgestopfte Wohnung eines verstorbenen Mitte Achtzigjährigen wird ausgeräumt. Dabei wird so klar, dass unsere ein Leben lang gesammelten Sachen nach unserem Tod nur noch lästiger Müll sind.

Der Entrümpler ist selbst Sammler. Ich fand es stressig mit anzusehen, wie er mit Hilfe seines Jobs seine eigenen Sammlungen mästet.


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10.06.2024 22:06 (zuletzt bearbeitet: 10.06.2024 22:09)
avatar  Rica
#219
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Oh. Werner Tiki Küstenmacher, der Simplify-Your-Life-Papst, sagt in dieser Reportage sinngemäß:

90 Prozent der Menschen, die sich als Messies bezeichnen, sind keine. Die haben kein echtes psychisches Problem. Die sind einfach nur nicht aufgeräumt. Denen ist geholfen, wenn einmal alles aufgeräumt wird. Oder es gibt solche, die sind "geheilt", wenn sie einmal umziehen und alles neu einrichten.

htt ps://m.youtube.com/watch?v=wlMQNdA_aMk


Mit diesem Ausspruch fühle ich mich zum ersten Mal richtig einsortiert.

Meine Aufräumcoachin hatte mir zwar versichert, dass ich kein Messie sei. Aber das habe ich ihr nicht ganz geglaubt. Obwohl ich mir selbst ziemlich sicher bin, vom Prinzip her kein Messie zu sein. Selbst wenn ich mit einberechne, dass es ganz unterschiedliche Typen und Grade des Messietums gibt. Und auch, wenn ich laut meiner eigenen Definition ein Messie bin:
Du bist Messie, wenn es bei dir zu unordentlich ist, um jemanden in deine Wohnung zu lassen.

Es ist nicht wirklich wichtig, ob ich Messie bin oder nicht. Mich stört nur der Widerspruch, einerseits eine Messiewohnung zu haben, anderseits mir sicher zu sein, kein Messie zu sein. 🤔


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11.06.2024 11:20
avatar  Robin
#220
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Interessant, die Einschätzung von Küstenmacher!!! Ich finde es schwierig, diese Differenzierung zwischen Messies und Leuten, deren Wohnung nur so aussieht, als wären sie einer... Bin da eher bei deiner Definition, wobei ich allerdings der Ansicht bin, dass man sich bei jeglichem Zustand der Wohnung dafür entscheiden kann, jemanden reinzulassen. Das ist vielleicht nicht unbedingt ein Vergnügen, aber machbar. Und psychologisch finde ich es wichtig, sich klarzumachen, dass eine unordentliche Wohnung - und sogar eine stinkende und vermüllte - kein Kapitalverbrechen sind, sondern bloß ein Problem, und zwar ein lösbares!

Da finde ich auch, dass Küstenmachers Zitat impliziert (auch wenn er das so direkt nicht sagt), dass man kein echter Messie ist, wenn es möglich ist, das Problem zu lösen. Ja, er schreibt "kein psychisches Problem" und *durch Aufräumen* gelöst. Ich glaube aber, dass es schon ein bisschen komplizierter ist. Jedenfalls bei mir. Also unter "Aufräumen" verstehe ich den Prozess, bei dem die vorhandenen Dinge innerhalb der Wohnung an einen anderen, besseren Platz gebracht werden. Dinge aus der Wohnung zu entfernen, ist für mich nicht mehr "aufräumen" und definitiv meist nötig bei Leuten, deren Wohnungen so aussehen, als ob sie Messies wären.

Und dann hat es ja schon irgendwelche Gründe, weshalb zu viel Kram da ist. Egal, ob jemand "Messie" ist oder nicht: Da spielen Gewohnheiten und Glaubenssätze eine Rolle, die uns zum guten Teil auch gesellschaftlich vermittelt werden. Z.B. "Wenn Unordnung ist, musst du Ordnungshilfen kaufen." - Ich habe schon jetzt ziemliche Mengen überschüssiger "Ordnungshilfen" ausgemistet! 😂

Also ich schätze, es ist einfach nicht so, dass jeder Mensch intuitiv in der Lage ist, realistisch einzuschätzen, was er/sie braucht und das dann in irgendeine sinnvolle und dekorative Ordnung zu bringen. Plus, dass man zu Dingen, die man chronisch nicht hinkriegt, irgendwann auch keine Lust mehr hat.

Für manche Leute - auch solche, die Bücher schreiben! - sind nur Menschen mit Diogenes-Syndrom Messies, während im englischen Sprachraum der Begriff "Hoarder" für die Leute, die übermäßig und planlos sammeln, verwendet wird, und der Begriff Messie nicht existiert.

Ich glaube, das wichtigste ist, dass man für sich selbst zu einer Einschätzung kommt, *wie viele* Dinge man ungefähr im Griff haben kann und dann dafür sorgt, dass man mehr Dinge auch nicht hat.


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