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Projekt "Umzug", Phase I
@Robin
Das sind doch alles erstmal gute Aussichten - viel Glück!
Zitat
das eine heißt "Autismus ist keine Krankheit"
Von dem Buchinhalt kannst du dann ja vielleicht mal berichten, klingt ganz interessant.

@Scherbe
Also auf den Titel bezogen, das eine ist: Evolution kann überhaupt nur stattfinden, weil es eine natürliche Variabilität gibt. Stell es dir z.B in Bezug auf die Größe vor: Wenn wir plötzlich Lebensbedingungen hätten, die erfordern, dass man sich das Obst im Vorbeirennen vom Baum pflücken muss, dann hätten diejenigen mit langen Armen und Beinen einen Überlebensvorteil und kämen eher dazu, sich zu vermehren. Halten diese Lebensbedingungen Jahrtausende an, dann hätten alle Menschen lange Arme und Beine wie Giraffen. Wären als Ausgangslage alle Menschen gleich groß, dann wäre diese Anpassung der Art an Umweltbedingungen nicht möglich. Es ist daher Unsinn, Abweichungen von der Norm, die im Bereich der natürlichen Variabilität liegen (die legendäre Glockenkurve!) zur Krankheit zu erklären, auch wenn sie unter den gegebenen Umweltbedingungen nachteilig sind.
Die Menschen haben ihre Umweltbedingungen seit der Zeit der Jäger und Sammler massiv verändert. Wir leben heute in sehr großen, schwer überschaubaren Gesellschaften und begegnen ständig Fremden, mit denen wir schnell eine Art flüchtiger Freundschaft schließen oder die wir einfach ignorieren müssen. Es sind ständig Lärm, schnelle Bewegungen, soziale Interaktionen und andere Reize zu verarbeiten. Je mehr sich unsere Umgebung von den natürlichen Umweltbedingungen entfernt, desto mehr Menschen sind damit überfordert und zeigen entweder wunderliches Verhalten ("Autismus") oder sind einfach davon erschöpft ("maskierter Autismus").
Passt zu deinen Was-wäre-wenn-Gedanken und zu einem Video, das ich neulich gesehen habe über ein Experiment mit Mäusen. Die durften sich unter kontrollierten, optimalen Bedingungen vermehren, wie es Mäuse eben tun... Und obwohl Futter, Wasser und auch Nistplätze noch längst nicht am Ende waren, brachen die Populationen irgendwann zusammen, einfach, weil die Tiere so krasse Verhaltensstörungen entwickelten durch die Masse an Artgenossen...
Also vielleicht sind autistische Menschen einfach die, die bei der Anpassung an die heutige Zeit nicht mitkommen.
@Robin
Sehr schöner Artikel. Ich dachte aber, dass die Depressiven diejenigen seien, die nicht mitkommen und den sozialen Stress am stärksten spüren.
Ist Autismus denn nicht angeboren?
Ich sehe noch einen zusätzlichen Aspekt: Aufgabenteilung. Es ist nötig, dass es verschiedene Menschen mit verschiedenen Begabungen haben, damit wir die Arbeit so verteilen können, dass jeder in seinem Wohlfühlbereich arbeitet. In einer Firma sind dann die Extrovertierten im Empfang und Vertrieb, die mit Helferkomplex in der Hotline, die menschenscheuen Bastler in der Technik, der Zahlenmagier im Controlling und so weiter. :-) Das Wichtige ist also, dass jeder seine Stärken und Schwächen kennt und im Berufsleben (und vermutlich auch privat) die richtige Aufgabe bekommt.
Ich bin ja eher von der ADHS-Fraktion. Aber ich sehe ADHS auch nicht als Krankheit. Das ist doch eher meine Superkraft. Klar, andere sind irritiert, wenn sie hören, wie viele verschiedenen Projekte ich am Laufen habe. Aber: Ich liefere auch! Ich springe beim Arbeiten zwar von Aufgabe zu Aufgabe, aber am Ende wird alles fertig. Ähm, OK, das erinnert mich an die Tabelle, die ich eigentlich gerade am Pflegen bin...

Zitat von Anna1111 im Beitrag #1433
Ich dachte aber, dass die Depressiven diejenigen seien, die nicht mitkommen und den sozialen Stress am stärksten spüren.
Ist Autismus denn nicht angeboren?
Ja. Das sind sozusagen die Leute mit den zu kurzen Armen. Die Verbindung zu Depression, die du da angerissen hast, ist interessant. Viele Autist_innen werden auch depressiv.
Also das ist eine angeborene "innere Bedingung", dann gibt es noch die äußeren Bedingungen - und wie ein Mensch mit diesen äußeren Bedingungen umgeht, ändert sich im Laufe des Lebens und manchmal auch mehrmals am Tag.
Ich z.B. bin durchaus "reizsuchend". Dahinter kann natürlich eine Fehldiagnose stecken. Schaut man sich aber an, wie Menschen zu den ganzen Reizen, die täglich zwangsweise auf einen einprasseln, dann noch den Fernseher anmachen, dann ist es wohl ziemlich normal menschlich, reizsuchend zu sein - egal ob es grade bekömmlich ist oder nicht. Bei mir kommt auch noch ein Effekt dazu, von dem ich im Zusammenhang mit Autismusmus noch nie gehört habe, der aber eindeutig was mit der Reizverarbeitung zu tun hat: Vor über 20 Jahren hat sich meine Wahrnehmung bleibend verändert. So etwa, als hätte jemand einen fetten Grauschleier weggenommen. Ich habe mich mittlerweile so weit dran gewöhnt, dass ich nicht mehr befürchte, grade durchzudrehen oder sonstwas... Aber ich liebe es, einfach nur innerlich still zu werden und "die Welt schön zu schauen". Ich wurschtele noch ein wenig daran rum, diese Fähigkeit bei der Hausarbeit anzuwenden - und so langsam gelingt es mir, dass das zumindest eine Zeit lang eine fröhliche Einheit bildet, bis mir dann irgendwas Wichtiges einfällt oder ich los muss. Ändert aber nichts dran, dass Anfangen erstmal schwer ist. Aber wenn ich mich daran erstmal gewöhne, könnte das auch eine Superkraft werden...
Das mit der Aufgabenteilung ist auch ein wichtiger Aspekt. Menschen sind halt auch keine Mäuse, sondern bilden schon seit Tausenden von Jahren komplexe Gesellschaften.
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