Projekt "Umzug", Phase I

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03.08.2023 23:17
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#71
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@IBI , @Versager77

Guten Abend oder Morgen,

Zitat von IBI im Beitrag #69
Brauchst du die noch, wenn du wieder Strom hast?


Na klar. Hab ich ja früher auch gebraucht. Ich werde nach wie vor Ofenheizung haben und aus verschiedenen Gründen (Öko, faul, meist nicht zu Hause) wird nicht mehr geheizt als unbedingt nötig. Also so lange mein Bettjäckchen mich schön kuschelig warm hält, sehe ich gar keinen Grund, zu heizen. Und da ich nun 20 Jahre mit Ofenheizung wohne, + 2 Jahre in anderen Wohnungen mit Ofenheizung, werde ich diese Gewohnheit, mir erst mal was Warmes anzuziehen, wenn es kalt ist, wohl auch beibehalten, wenn ich wieder Zentralheizung hätte. Wo ich übrigens gar nicht so scharf drauf bin. Ich mag keine Heizungsluft mehr und fühle mich im Winter oft ziemlich unwohl in den für mein Empfinden überheizten Wohnungen anderer Leute. Der Körper lernt auch ein Stück weit, wieder selbst zu heizen. Heute Abend waren wir z.B. bei einer Führung vom NABU durch einen Naturgarten und dann noch auf einen Berg, und es war regnerisch und windig und ich die einzige mit kurzen Ärmeln. Und jetzt müsste ich eigentlich noch unter die Dusche, weil ich verschwitzt bin. 🤣

Zitat von Versager77 im Beitrag #70
stell dir doch aber bitte mal vor wie glücklich dein Bettjäckchen mit einem eigenen großen Schrank wäre.


Ich stelle mir vor, wie ich all das Zeug, das sich dort befindet, wo der große Schrank hin sollte, "weg" räume. Da es keinen Platz gibt, der frei ist, müsste ich zuerst an irgendwelchen anderen Plätzen Zeug "weg" räumen. Also genau das Problem, das ich jetzt mit der Küche habe, wo ich ja eigentlich anfangen will. Nebenbei: Wenn ich nun diese Idee mit der Kleiderstange umsetze, habe ich zwar einen Platz für Klamotten, die man besser auf Bügel hängt - aber es wird irgendwie nicht einfacher dadurch, dorthin Küchensachen zeitweise auszulagern. Ich kann aber den Küchentisch nicht abräumen, ohne einen Ort zu haben, wo ich wichtige Post und sowas ablegen kann. Platz dafür in der Küche, wo ich drankomme, *und* ein freier Küchentisch, wo ich Sachen sortieren und auch mal Post erledigen kann, wäre aber strategisch ein ganz großer Gewinn!


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12.08.2023 15:20
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#72
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So, Montag ist der Urlaub vorbei und was ist aus meinem großen Plan geworden? Nix!!!

Gestern hatte ich morgens nach einem verdaddelten Tag und dem "philosophischen Café", wo man mir Flöhe ins Ohr gesetzt hat (wie: Es sei die Natur des Menschen, sich aktiv mit seiner Umwelt auseinander zu setzen.) super motiviert, mit Frühsport, nuja, Vormittags-Sport, zu starten. Ich dachte erst, das endet doch nur wieder damit, dass ich mich schon vor dem Frühstück völlig verausgabe und mich den Rest des Tages von der Strapaze erholen muss. Also besser arbeiten. Aber mein Schweinehund bestand schwanzwedelnd darauf, dass er raus will und toben. Schließlich fiel ihm ein, dass ich vor dem Urlaub versprochen hatte, jeden Tag ein bisschen Sport zu machen im Urlaub, damit ich mich nicht monatelang erstmal vom Faulenzen wieder erholen muss diesmal. Da wusste ich nicht mehr, wer von uns beiden der Schweinehund ist. Das passiert mir öfter. Hier wird viel mit mir selbst diskutiert, und da ist jemand, der meint, er sei vernünftig und müsse den Chef spielen. Aber diese Person entscheidet ziemlich oft falsch. Und oft genug gar nicht.

Jedenfalls bin ich nachmittags dann noch mit dem Rad durch die Stadt gejuckelt, um mal wieder meinen Ex zu retten, und heute morgen - mit Muskelkater - wieder Frühsport. Es gibt da einen netten kleinen Park in der Nähe, wo jede Menge Spiel- und Sportgeräte rumstehen. Da bin ich hin gewalkt, aber hübsch vorsichtig, weil mit walken ohne Stöcker hab ich mir schon zweimal böse den Rücken versaut. Wenn man schneller wird, macht man nämlich dabei automatisch ziemlich lange Schritte und dreht sich ein bisschen in der Hüfte. Das bei jedem Schritt zu tun, ist für die Bandscheiben die reinste Pfeffermühle. Bei mir jedenfalls! Ich habe nichts darüber zu lesen gefunden, außer dass diese Drehbewegung normal und richtig sein soll. Und ich halte es nicht für Zufall, dass das walken bei mir stets mit einem Bandscheibenvorfall endete. Und dass ich keinen mehr hatte, seit ich nicht mehr walke. Aber jetzt kommt die schöne Entdeckung: Wenn man beim Walken schneller wird und dabei den Rücken grade hält und die Arme und Beine locker, dann fällt man automatisch in Trott! Was, glaube ich, eine sehr schonende Bewegungsform ist. Man knallt dabei nämlich nicht in die Gelenke, sondern bleibt am Boden. Das wird jetzt mein Sport "ab Haustür"! Nicht Jogging, nicht Walking, sondern Trotting! Und ich habe tatsächlich beschlossen, an allen freien Tagen mit Sport zu starten, wenn nicht irgendwelche Besonderheiten dazwischen kommen. Ach, und btw.: Balancieren ist extrem gut für den Rücken. Den Tipp hab ich mal von jemandem, dem es von einem Arzt empfohlen wurde, wo andere Ärzte schon außer einer OP nichts mehr einfiel. Hat bei ihm geholfen und bei mir auch. Ich hatte ja früher schon ewig Rückenprobleme, und da ist nicht mehr viel von übrig. Meine täglichen mindestens zwei Balancier-Übungen sind das An- und Ausziehen: Komplett im Stehen und wenn ich dran denke, in Zeitlupe. Jedenfalls die Hose und Socken. Spätestens bei den Socken merkt man, dass es eine sportliche Übung ist. 😁

Heute auf dem Rückweg hab ich ein wenig das Scheitern dieses Ansatzes hier ausgewertet. Wenn das im Urlaub schon nicht klappt, dann wird es ganz gewiss erst recht nicht klappen, wenn ich wieder arbeite. Dabei klang es eigentlich vernünftig und machbar. Was dazwischen kam war, wie verwickelt die Dinge hier ineinander sind. Wenn ich in der Küche "Tabula Rasa" machen will, muss zuerst irgendwo der Platz geschaffen werden, wohin ich Dinge aus der Küche auslagern kann. Und wenn ich im Schlafzimmer einen Kleidungshaufen wegräumen will, muss ich zuerst das Innere des Kleiderschranks ausmisten und dann noch ohne Werkzeug den Schrank erweitern. Wobei mir der blöde Kleiderhaufen im Weg ist. Und an die lange Leiter komme ich gar nicht mehr ran. Sonst hätte ich längst das Dosenmuseum in der Küche mal ausgemistet. Jedesmal, wenn ich vor diesen Problemen stehe, werde ich irre, schlage im Geiste die Hände über dem Kopf zusammen und wende mich einfacheren Dingen zu. Aber im Grunde ist es dieselbe Art von Puzzles wie Sudoku oder so. Man muss halt Stück für Stück tüfteln. Und deshalb macht es gar keinen Sinn, einen "großen Plan" zu machen. Es sei denn natürlich, der große Plan besteht darin, einen Entrümpelungsdienst zu bestellen und seine Habseligkeiten quasi komplett "entsorgen" zu lassen.

Gestern wollte ich vor dem Treffen mit meinem Ex noch Bücher wegbringen, und ich habe mich mutig einem klitzekleinen Regal gestellt. Was da für tolle Schätze drin waren!!! Klar, ein paar habe ich aussortiert. Zusammen mit denen, die ich in der letzten Zeit nebenher auf das "Geht-Raus-Regal" gestellt habe, kam eine Packtasche voll zusammen. Dann musste ich los. Ich wollte aber zwei Packtaschen voll wegbringen. Nun steht die eine hier gepackt... Wenn ich flott bin, schaffe ich jetzt noch die zweite und die Tour.

Meine anderen tollen Gedanken verrate ich euch vielleicht später oder morgen, weil jetzt geht's an die Bücher...


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12.08.2023 15:40
#73
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@Miranda
Hallo Robin, Ich hab ganz viele Gedanken zu deinem Beitrag.

Ich fasse es trotzdem Mal kurz zusammen:

Ich fühle dich ♥️


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13.08.2023 17:21 (zuletzt bearbeitet: 13.08.2023 17:25)
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@Versager77

Danke du Liebe,
ist ja dein Thema... Aber ich sehe es gelassen. Ich will den Kram ja für mich hinkriegen, nicht für sonstwen, und deshalb habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn was nicht klappt.

@ alle

Aber es ärgert mich ein bisschen, dass ich mal wieder auf den "großen Schritt"-Gedanken reingefallen bin. Als ich mich hier im Forum angemeldet habe -das war im Oktober 21, habe ich grade nachgeschaut - hatte ich genügend Erfahrungen mit solchen Versuchen und wusste genau, dass es bei mir so nicht funktioniert. Ich hatte mich damals bewusst für kleine Schritte entschieden und dafür, sozusagen von "innen nach außen" vorzugehen: Also erstmal das nächstliegende zu tun und auf mein eigenes Wohlbefinden zu achten und nach und nach das in Ordnung zu bringen, was für mich funktional wichtig ist. Und ich hatte gerade die Erfahrung gemacht, wie anders es sich anfühlt, mit Selbstvertrauen an die Sache heranzugehen. Dann hab ich vor lauter Diskutiererei meine Klarheit vergessen. Es war nicht nur die Sache mit dieser blöden Küchenschublade, die ich erst richtig kaputtgemacht habe beim unnötigen Versuch, sie zu reparieren, was mich aus der Bahn geschmissen hat... Es war auch, dass ich irgendwann wieder vor dem Anspruch stand, man müsse das so nach Art des Herakles anpacken (Augias-Stall). Und ich bin nunmal kein altgriechischer Held oder so. Also hab ich mich als Versager gefühlt... Und *mich* motiviert das nicht zu Höchstleistungen, sondern zur Weltflucht. Genau wie die blöde Schublade. In Weltflucht bin ich halt echt gut!!!

Das war gestern echt gut, dass ich das mal gefühlsmäßig an mich rangelassen hab, was mir im Kopf längst klar war darüber - aber ich hatte niemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben wollen. Und zu Recht! Leute äußern ihre Meinung. Das tun sie immer und sie dürfen das auch. Es ist meine Sache, davon aufzupicken, was gut für mich ist, und liegen zu lassen, was mir nicht bekommt. Und das eine vom anderen zu unterscheiden.

Jedenfalls hab ich jetzt meine alte Klarheit wieder und konnte plötzlich erkennen, dass dieser ganze "tun wir mal so, als wäre Umzug"-Ansatz nichts anderes war als der Versuch, mir die alte "gaaanz große Aktion"-Methode mit einem Trick schmackhaft zu machen.

Es ist übrigens nicht so, dass ich gar nichts geschafft hätte im Urlaub. Hier waren ziemliche Berge an Altglas und Pfandflaschen, ein Abwasch von Monaten oder so, und das ist alles erledigt. Gestern hab ich auch noch zwei weitere Regalfächer ausgeräumt und durchsortiert und die zwei Gepäcktaschen voll Bücher weggebracht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Diese drei Regalfächer waren doppelreihig belegt und noch welche obendrauf gestopft, und jetzt sind nicht nur einreihig, sondern auch nur noch halb voll! Und dabei hab ich mich nicht mal von meinen "Schätzen" getrennt! Und alphabetisch sortiert hab ich sie auch und diese Regale beschriftet. Müsstet ihr mal sehen... Aber als ich hier zuletzt versucht habe, ein Foto hochzuladen, ging es nicht (Berliner Löwe: Falbfarbene Robustrinder mit etwas wuschigem Fell und ziemlich kurzen Köpfen - ich wette, von genau der Sorte ist ein Kalb entlaufen, denn schon die ausgewachsenen Viecher sehen auf dem Foto auf den ersten Blick aus wie Löwen).

Heute natürlich auch wieder Frühsport, und ich komme grade nicht zum Arbeiten, weil ich am Internet hänge...
Gestern traf ich noch einen Nachbarn. Der ist ein bisschen meschugge, aber ein weiser Mann. Er meinte, ich solle schreiben. Als ich sagte, ich hätte ja nicht mal meinen Haushalt im Griff, war seine Diagnose: Ich würde noch nicht damit klarkommen, dass ich nun einen eigenen Haushalt hätte und allein lebe. Ich sei in diesem Leben noch nicht so ganz angekommen. Ist irgendwie was dran. So lange ich Mitbewohner_innen und ein Kind hatte, war ich ständig anm Kämpfen darum, einen halbwegs akzeptablen Haushalt hinzukriegen. Und immer unter Stress und immer mit dem Gefühl, es nicht hinzukriegen. Seit ich alleine wohne, habe ich allmählich die Freiheit entdeckt... Aber ich hab's noch nicht drauf, sie so zu gestalten, dass es dann auch hübsch aussieht.

Also seine Empfehlung war: Ich soll in die Disko gehen und "es raustanzen". Ich weiß nicht... Mein Lieblingssong in Diskos war immer "Set Controls for the Heart of the Sun" von Pink Floyd. Keine Ahnung, ob das heute noch irgendwo gespielt wird. Ich war da früher schon ziemlich allein auf der Tanzfläche. Techno und solches Zeug geht für mich gar nicht. Kann ja mal " Hippie-Disko Berlin" ecosieren. Ich wette, sowas gibt's nicht. Und noch ein paar Jährchen, und man wird mich im Altenheim mit deutschen Schlagern zwangsbeschallen und mit Bratwurst zwangsernähren. Also neee... Da leb ich gern im Hier und Jetzt, so lange es geht!!! 😘


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13.08.2023 17:27 (zuletzt bearbeitet: 13.08.2023 17:28)
#75
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@Miranda

Robin....Niemals!!!! im Altersheim ankreuzen was man gerne isst. Niemals!!! Du isst sonst bis an dein Ende nichts anderes mehr 🙈🤣


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